Wie du Neujahrsvorsätze doch umsetzt

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Anleitung / Zen
Long road

Das neue Jahr hat angefangen und in guter, alter Tradition haben viele Menschen Vorsätze für das neue Jahr gefasst. Ebenfalls in guter Tradition, machen sich viele Menschen darüber lustig. Der Spott ergießt sich dabei sowohl über die Vorsätze, als auch über die Menschen, die sich diese Vorsätze machen. Dies liegt wohl vor allem an der Erfolgsquote von Neujahrsvorsätzen. Dabei ist das Einhalten der Neujahrsvorsätze eigentlich nicht so schwer.

Ich selbst habe auch lange über meine Pläne für das neue Jahr nachgedacht. Was mag ich an meinem Leben und was will oder sollte ich ändern? 2016 wird ein großes Jahr für mich werden. Ich werde heiraten und ich werde hoffentlich eine Stelle als Referendar bekommen, trotzdem gibt es auch bei mir Dinge die mich stören. Dinge, die ich gerne ändern würde. Tatsächlich wird mir aber beim Gedanken an Neujahrsvorsätze unwohl. Der Spott der Menschen und meine Unsicherheit hätten mir fast ein sehr nützliches Instrument weggenommen. Dabei ist nichts falsch oder lachhaft daran sich den Jahreswechsel als Anlass zu nehmen einen sprichwörtlichen Neuanfang zu wagen. Menschen brauchen gelegentlich einen Anstoß und da darf es auch mal der Kalenderwechsel sein, auch wenn hier eigentlich ja sonst nichts Wichtiges passiert. Hier wird dann auch der erste Grund für das Scheitern deutlich.

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Durch den ganzen Druck von außen, den Spott und den eigenen irrationalen Vorstellungen oder Hoffnungen, glaubt man als Erwachsener selbst nicht daran, dass man es vielleicht doch schaffen könnte im neuen Jahr etwas zu ändern. Hier kann es helfen sich seine Vorsätze nicht Öffentlich zu machen. Mach deine Vorsätze mit dir selbst aus und verbreite sie nicht direkt auf Facebook und Co..

Schreib dir deine Vorhaben für dich ganz alleine auf. Schließe einen Vertrag mit dir selbst und nur mit dir. Das lässt dir immer noch den Raum zu scheitern oder ein Ziel nicht ganz zu erreichen, ohne dich Spott auszusetzen, aber es ist dennoch für dich selbst ein verbindliches Ziel. Das Verkünden des Erfolgs kannst du im Nachhinein immer noch tun, dann kannst du aber schon etwas vorweisen.

Konkretisiere Ziele

Wenn ich meine eigene Liste so durchgehe, dann finde ich viele allgemeine Plattitüden wieder.

Ich müsste gesünder leben, mehr Sport machen, weniger Zeit verschwenden, mehr lesen, mehr bloggen, aktiver sein, mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen, weniger arbeiten.

Ihr kennt das. Das übliche halt. So kann aber keine Veränderung kommen, weil die Aussagen viel zu allgemein sind und viel zu wenig an das eigene Leben andocken. Formuliere die Aussagen also an dich angepasst.

Ich müsste gesünder leben. = Ich esse nur noch selbst zubereitete Speisen. Ich trinke keine zuckerhaltigen Getränke mehr.

Ich müsste mehr Sport machen. = Ich werde x km dieses Jahr joggen. (Siehe dir zum Beispiel @skubo an) Ich gehe 2-mal die Woche ins Fitness Studio / mit meiner Partnerin Badminton spielen.

Ich müsste mehr lesen, mehr bloggen, aktiver sein, mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen. = Ich lese jeden Monat ein Buch, schreibe jede Woche einen Blogartikel, gehe einmal die Woche mit meinem Kleinen einen Ausflug machen.

Ich müsste weniger arbeiten. = Ich verringere meine Stunden auf der Arbeit auf 20h/Woche.

Sei realistisch und rechne

Wenn man die Ziele konkretisiert muss man realistisch bleiben. Wenn man auf das Geld aus dem Job angewiesen ist, dann kann man nicht einfach die Stunden verringern. Man muss auch nicht direkt mit 4-mal die Woche Sport anfangen, es reichen auch 1-2-mal die Woche. Ein Buch im Monat klingt nicht viel, aber bei 12 Stunden Lesezeit pro Buch sind das an 24 Tagen je eine halbe Stunde lesen. Das ist fast täglich. Überschlage den Zeitaufwand und passe ihn an dein Leben an. Du musst das am Ende schaffen.

Kleine Schritte

Mit dem Realismus kommt die Kleinteiligkeit. Es heißt ja so schön Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, dass ist abgedroschen, aber wahr. Keine Veränderung kommt über Nacht, es ist eher die Regel, dass Veränderungen Zeit brauchen und man mit kleinen Schritten am besten anfangen kann.
Da du den Vorsatz auch nicht online rausposaunt hast, kann sich auch keiner deiner Fitnessfreunde darüber lustig machen, dass du nur einmal die Woche Sport machen willst. Besonders bei neuen Sachen im Leben sind oft die kleinen Schritte am Anfang die wichtigsten. Jede neue Tätigkeit braucht mindestens 4 Wochen bis sie zur Gewohnheit geworden ist. Man sollte sich also auch nicht zu viel auf einmal aufhalsen. Statt 12 Vorsätze von denen man dann keinen einzigen durchzieht, lieber einen abgespeckten Vorsatz vornehmen und den dann aber richtig. Die Häufigkeit kann bei Bedarf immer noch hochgeschraubt werden.

Wie geht man die Sache also nun an?

Setzte dich mal eine halbe Stunde gemütlich an deinen Lieblingsort und überlegt was du wirklich an Vorsätzen hast. Wenn du davon eine Vorstellung hast, dann konkretisiert sie. Belüge dich dabei nicht und sei realistisch. Wenn es geht, dann rechne dein Vorhaben mal durch. Wieviel Stunden braucht man wirklich dafür? Die konkretisierten Vorsätze schreibst du dann alle auf und suchst dir genau EINEN davon aus. Nicht mehr! Nur einen. Diesen Vorsatz ziehst du jetzt durch und sagst es einfach keinem.

Wenn du diesen einen Vorsatz verinnerlicht und umgesetzt hast, dann nimm dir deine Liste und suche einen anderen Vorsatz und schon braucht man auch keinen Jahreswechsel mehr für eine Veränderung.

Es wird Zeit für Klausuren am PC

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Bildung und Schule / Rant
von Sean MacEntee (CC BY 2.0)

In der letzten Phase meines Examens hatte ich eine Sehnenscheidenentzündung. Das war nicht meine erste und wird auch nicht meine letzte sein, aber diese regte mich besonders auf. Ich hatte sie nämlich wegen einer Doppelzüngigkeit seitens vieler Stellen.

Fangen wir aber vorne an: Ich Zuge meines erstes Staatsexamens musste ich zwei schriftliche und zwei mündliche Prüfungen ablegen. Die zwei schriftlichen Prüfungen gehen über je vier Stunden. Sie haben ein Format über das an anderer Stelle noch zu diskutieren sein wird, denn im Prinzip sind sie nur Ausdruck des sogenannten Bulimielernens.

Was hat das mit meiner Sehnenschneideentzündung zu tun? Nun ja, ich muss diese Prüfung handschriftlich ablegen. Auch wenn das für viele noch selbstverständlich klingt, für mich ist es das nicht mehr. In meinen Examensklausuren habe ich vier Stunden lang Text runtergeschrieben, in einer normalen Klausur sind es immerhin noch 90 Minuten und ich würde das gerne an einem PC tun. Vier Stunden handschriftlich zu schreiben mag kein Problem sein, für mich war es das während der Schulzeit auch damals nicht. Ich habe auch die Abiprüfungen ohne Sehnenscheidenentzündung überlebt, das war aber vor 10 Jahren. Ich bin an der Uni in einem Kulturkreis in dem es keine handschriftlichen Abgaben mehr gibt. ALLES, was ich an der Uni abgebe, muss digital erstellt sein und ich finde das gut, weil es die Sache für alle erleichtert! Ich habe Geschichte und Politik studiert, aber auch in den MINT-Fächern haben einige Fachbereiche angefangen digitale Abgaben zu fordern, Latex und Formeleditoren sei Dank.

Ich schreibe sämtliche Exzerpte und Zusammenfassungen am PC. Das bezieht sich aber nicht nur auf die Uni. Heute mache ich alles am PC und schreibe nie mit der Hand. Ich blogge nur mit dem PC. Meine Einkaufs- und ToDo-Listen sind auf dem Smartphone. Telefonnummern wandern in mein digitales Telefonbuch, meine Termine sind in meinem Kalender im Smartphone. Ich habe also schlicht und ergreifend keine Übung im Schreiben. Meine Handschrift war noch nie besonders schön, aber ohne Übung ist sie immer schlimmer geworden und schmerzende Sehnenscheiden wirken sich auch nicht positiv auf mein Schriftbild aus.

Ich brauche für eine Klausure auch keinen fancy 2000€ Mac, sondern einfach ein Linux mit einem Texteditor. Sonst kann man ja alles sperren. Ich finde es bemerkenswert, dass ich in einem Umfeld studiere, dass mich zwingt alles digital abzugeben, ich aber Klausuren nicht tippen darf. Ich kenne natürlich auch die Gegenargumente und kann sie nicht mehr hören.

Betrügen:

Am PC kann man besser betrügen.

Wenn da ein Linux drauf ist, dass man nur mit root entsperren kann, dann ist das hinreichend sicher. Das Angriffsszenario ist natürlich da, aber das existiert genauso in einer normalen Klausur. Wir oft habe ich schon bei anderen Prüflingen ganze Zettelwirtschaften gesehen, Klausuren wurden komplett vorgeschrieben, untereinander ausgetauscht. Betrügen kann man immer und überall.

Veränderbarkeit:

Ja, PCs sind dazu gebaut Daten zu verändern. Ich bin mir sicher, dass man in diesem Textverarbeitungsprogramm einen Button einbauen kann: Baue eine schreibgeschützt .pdf und gebe die Klausur ab.

Datenverlust:

Was passiert wenn während der Klausur ausgeht?

Die PCs hängen am Strom, haben ein autosafe-Funktion, booten hinreichend fix und die Hardwaretasten sind gesperrt, dass sie niemand ausmachen kann. Ich frage hier immer was passiert wenn jemand in der Reihe aufsteht, alle Tische wackeln und mein Tee sich quer über die Klausur gießt. Kann passieren, trinken ist trotzdem nicht verboten. Am PC hab ich dank autosafe wenigstens den Kram gesichert.

Der Dozent verliert die Daten:

Ich hatte einen Lehrer der eine ganze Papierklausur samt Ergebnisse verloren hat. Ja, wirklich… Ok. Einen USB Stick verliert man wahrscheinlich schneller, dafür gibt es aber in der Schule ein Backup.

Datenschutz:

Wer garantiert mir, dass meine Klausuren nicht gegen mich verwendet werden?

Papierklausuren werden tatsächlich auch oft aufgehoben. Meine Hausarbeiten werden durch einen Plagiatsscanner gejagt und ich weiß auch nicht was mit denen passiert. Hier muss dann gesetzlich was getan werden. Man schreibt Datenschutzklauseln für Unis und die akzeptiert die dann mit Einschreibung. Das verhindert nicht immer MIssbrauch, aber das tut Copyright auch nicht und trotzdem funktioniert es insgesamt ganz gut.

Keine Panik! Wahlmöglichkeiten sind möglich.

Man muss im Moment auch niemanden zwingen Klausuren am PC zu schreiben, das ganze kann in einer Übergangsphase opt-in sein. Ich bin aber der Überzeugung, dass dieses Thema nicht nur mich und ein paar meiner Kommilitonen, die ähnlicher Ansicht waren, betrifft, sondern etwas ist mit dem wir uns zukunftsgewand beschäftigen müssen. Wenn man sich kurz überlegt wie die nächste Generation Schüler_innen aufwachsen wird, dann sieht man doch jetzt schon einen Rückgang der Handschrift. Die digital natives benutzen ihr Smartphone doch jetzt schon parallel zur Schule oder auch in der Schule für alles. Lernen soll(te) immer digitaler werden und gleichzeitig halten wir an archaischen Methoden fest. Handschrift wird wahrscheinlich nicht aussterben und ich bin dafür, dass jeder zumindest noch eine ganze Weile eine rudimentäre Druckschrift lernen muss, aber das Mittel der Wahl wird eine digitale Eingabe sein.

Auch spannend

Neben dem Tippen wäre auch das Einsprechen eine Möglichkeit. Thorsten Larbig hat dazu einen spannenden Text auf seinem Blog veröffentlicht. Auch interessant zu lesen ist Sascha Lobos Text zur Digitalisierung der Schule.

Quelle Titelbild

Mit Blendle zahle ich auf einmal für Journalismus

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artikelbild

Ich lese gerne Zeitung und ich kaufe mir ungerne ganze Zeitungen. Zum einen nehme ich mir nicht die Zeit eine ganze Zeitung zu lesen und zum anderen interessiert mich sowieso nur die Hälfte aller Artikel in einer Zeitung. Stattdessen lese ich sehr viel online. Viele Artikel fliegen auf sozialen Netzen an mir vorbei und ich speichere sie in Pocket. Oft surfe ich aber auch die Webseiten der Zeitungen an und lese da wild drauf los.

Ich hab bei der Süddeutschen Zeitung einen Account und bezahle da gelegentlich für einzelne Artikel. Ich mag mich aber nicht bei allen Zeitungen anmelden und überall Accounts mit Zahlungsdaten haben. Ich kann das dann alles nur auf den verschiedenen Webseiten angucken oder in deren Apps. Wenn die Zeitung überhaupt eine Möglichkeit bietet einzelne Artikel zu kaufen. Es ist insgesamt ein Graus.

Jetzt kommt Blendle in den deutschen Markt. Blendle ist ein niederländisches Unternehmen und ermöglicht es mir einzelne Artikel aus verschiedenen Zeitungen zu kaufen. Ein Account, einzelne Artikel und kein Stress. Ich bin in der glücklichen Lage einen Betazugang zu haben und habe in der letzten Woche 6,50€ von meinem ersten Guthaben aufgebraucht (5€ bekommt man geschenkt, 10€ hab ich per Paypal aufgeladen.) Das klingt nicht viel, davor habe ich aber 0€ ausgegeben und ausschließlich mit adblocker auf deren Webseite oder in pocket gelesen. Sprich von mir gab es vorher genau gar nichts.

blendle übersicht

Blendle schickt mir jeden Morgen eine Liste mit potentiell interessanten Artikeln zum Lesen. Ein oder zwei sind immer für mich dabei. Man kann auf der Seite nach Themen und Schlagwörtern suchen, nach Zeitungen sortieren, ganze Zeitungen kaufen und bekommt natürlich auch dort Artikel vorgeschlagen. Wenn mir ein Artikel gefällt, dann speichere ich ihn als Lesezeichen und kann ihn unterwegs in der App oder auf dem PC lesen. Natürlich kann ich die Artikel auch in den entsprechenden sozialen Netzen teilen.

Am Ende jedes Artikels kann man sein Geld zurückverlangen, keine Ahnung wie oft das geht, und man kann die ganze Ausgabe der Zeitung kaufen. Auch Abos von Zeitungen sind möglich. Die Preise sind nach der Länge der Artikel gestaffelt, gehen bei 29 Cents los und hören afaik irgendwo unter 2€ auf. Blendle finanziert sich nach dem Apple-Modell. 30% bleiben bei Blendle, der Rest geht an die Zeitungen.

blendle lesezeichen

In Deutschland sind die für mich wichtigen Zeitungen alle dabei. Eine vollständige Übersicht bekommst du hier.

blendle Zeitungen

Für mich muss genau so Journalismus im 21. Jahrhundert funktionieren. Einfach für die Benutzer und Benutzerinnen und fair für alle Beteiligten. Sie sind noch in der Betaphase und es gibt an ein paar Ecken noch ein paar Bugs, wenn man die meldet, werden die aber auch umgehend gefixt. Ich kann euch nur empfehlen euch bei Blendle anzumelden!

Ich hab außerdem noch zwei Betainvites, falls jemand interesse haben sollte.

Tschernobyl

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Video

Ich bin ein Tschernobyl-Kind. Meine Mama hat mich ausgetragen, kurz nachdem der Reaktor explodiert war und musste sich die wahrscheinlich gut gemeinten Ratschläge anhören, dass ich verkrüppelt (Zitat) auf die Welt komme und bla. Man kennt die Vorurteile. Abtreibung war das Stichwort. Irgendwie habe ich deshalb ein besonderes Verhältnis zu dem Atomunfall.

Das Video finde ich aber nicht nur deshalb spannend. Es ist interessant zu sehen wie die Natur „unsere“ Orte zurückerobert.

Allerdings ist es etwas komisch und irgendwie auch dumm, dass der Kerl keine Strahlenschutzmaßnahmen getroffen hat!

(Bei einem protected account gefunden.)